
Auf der Schanz – Die Ruhe vor dem Absturz
Warum dieser Bericht entstanden ist
Sollten sich die geäußerten Bedenken eines Tages als unbegründet erweisen, wäre das die bestmögliche Nachricht für alle Beteiligten.
Sollten zukünftige Untersuchungen jedoch bestätigen, dass tatsächlich Risiken bestanden haben, wird dokumentiert sein, dass auf offene Fragen, auffällige Veränderungen im Gelände und den Bedarf weiterer fachlicher Untersuchungen bereits lange zuvor hingewiesen wurde.
Dieser Bericht verfolgt daher kein Ziel der Sensation.
Er dient der Dokumentation.
Er dokumentiert Beobachtungen, Messungen, Kartenanalysen, historische Unterlagen, behördliche Vorgänge und offene Fragen, die aus Sicht der Verfasser eine unabhängige fachliche Prüfung verdienen.
Denn die Geschichte vieler großer Katastrophen zeigt, dass Warnsignale nur dann einen Wert haben, wenn sie ernst genommen und überprüft werden.
Nicht danach.
Sondern bevor etwas geschieht.
Heute haben wir der zuständigen Richterin einen Antrag auf Aufhebung der einstweiligen Verfügung übermittelt. Mit dieser Verfügung wurde uns untersagt, uns öffentlich zu den Themen Wasserqualität und Abwasserentsorgung zu äußern.
Die Realität vor Ort und die inzwischen vorliegenden neuen Unterlagen zeichnen jedoch ein Bild, das Anlass zu ernster Sorge gibt.
Ich werde nicht um den heißen Brei herumreden: Unsere Nachbarin hat nach unserer Auffassung wesentliche Ermittlungen und relevante Tatsachen verschwiegen. Genau hier beginnt eine Kette von Ereignissen, die sich möglicherweise mit hoher Geschwindigkeit in eine Richtung entwickelt, deren Folgen kaum abschätzbar wären.
Worum geht es tatsächlich?
Große Unglücke entstehen selten durch einen einzigen Fehler. Die Geschichte zeigt vielmehr, dass Katastrophen häufig das Ergebnis einer Verkettung von Versäumnissen, unterlassenen Kontrollen, fragwürdigen Entscheidungen und der systematischen Missachtung von Warnsignalen sind. Besonders gefährlich wird es dann, wenn jene Personen unter Druck geraten, die auf mögliche Risiken aufmerksam machen.
Nein – ich behaupte nicht, dass sich am Teufelstein zwangsläufig eine Katastrophe ereignen wird. Ich behaupte auch nicht, dass bereits feststeht, was sich unter diesem Berg abspielt.
Was ich jedoch sehe, sind zahlreiche Details, die Fragen aufwerfen. Fragen, die nicht nur die unmittelbaren Anrainer betreffen, sondern möglicherweise die Sicherheit von Hunderten Menschen in den darunterliegenden Siedlungsgebieten.
Gerade deshalb dürfen diese Hinweise nicht ignoriert werden. Sie müssen untersucht, überprüft und objektiv bewertet werden – bevor aus Warnsignalen Tatsachen werden.
Es geht nicht um einen Nachbarschaftsstreit und auch nicht um einen lokalen Konflikt.
Im Kern geht es um die Frage, ob ein Gebiet mit nachweislich zahlreichen Quellen, einem klüftigen geologischen Untergrund und erheblichen Eingriffen in die Hangstruktur während der vergangenen Jahrzehnte in jenem Ausmaß überwacht und untersucht wurde, das seiner geologischen Sensibilität tatsächlich entspricht.
Gerade in Gebirgsregionen können Wasserströme im Untergrund, Veränderungen der Hangstabilität und technische Eingriffe langfristige Auswirkungen entfalten, die zunächst oft unsichtbar bleiben. Umso wichtiger ist eine kontinuierliche Beobachtung, Dokumentation und fachliche Bewertung möglicher Veränderungen.
Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob einzelne Personen Recht oder Unrecht haben. Die entscheidende Frage lautet vielmehr, ob sämtliche relevanten Risiken erkannt, untersucht und bewertet wurden, bevor aus einem möglichen Gefahrenpotenzial ein reales Problem entsteht.
Die Katastrophen von Stava und Vajont – ein Mahnmal für Gebirgsregionen
Die italienischen Alpen haben in der Vergangenheit Tragödien erlebt, die das Verständnis von Wassersicherheit, Geologie und menschlichen Eingriffen in sensible Gebirgslandschaften nachhaltig geprägt haben.
Die Katastrophe von Stava am 19. Juli 1985 zählt zu den schwersten Industrie- und Umweltkatastrophen Italiens. Nach dem Versagen zweier Absetzbecken bei der Ortschaft Stava in der Provinz Trient ergossen sich rund 180.000 Kubikmeter Schlamm und Bergbauabfälle ins Tal. Die Schlammlawine zerstörte große Teile der Ortschaften Stava und Tesero, forderte 268 Menschenleben und hinterließ massive Schäden an Landschaft und Infrastruktur. Die späteren Untersuchungen offenbarten schwerwiegende technische Mängel, unzureichende Kontrollen und die Missachtung vorhandener Warnsignale.
Zu einem noch eindringlicheren Symbol menschlichen Versagens wurde die Katastrophe von Vajont am 9. Oktober 1963. Rund 260 Millionen Kubikmeter Gestein stürzten vom Monte Toc in den Stausee der Vajont-Talsperre. Die dadurch ausgelöste Flutwelle, die stellenweise mehr als 200 Meter Höhe erreichte, überströmte die Staumauer und vernichtete die Stadt Longarone sowie weitere Ortschaften im Tal. Fast 2.000 Menschen verloren ihr Leben. Bemerkenswert ist, dass die Staumauer selbst weitgehend intakt blieb. Ursache der Tragödie war nicht ein technisches Versagen der Konstruktion, sondern die dramatische Unterschätzung geologischer Risiken und die Missachtung fachlicher Warnungen.
Gerade deshalb ist es unerlässlich, allen Hinweisen besondere Aufmerksamkeit zu schenken, die auf mögliche Veränderungen der Hangstabilität, ungewöhnliche Wasserbewegungen oder technische Eingriffe in sensible Landschaftsräume hindeuten könnten.
Die folgende Analyse widmet sich daher der Situation am Schanzsattel. Dort sind mehrere Faktoren erkennbar geworden, die aus geologischer, hydrogeologischer und umweltfachlicher Sicht eine sorgfältige und unabhängige Untersuchung verdienen.
Schanzsattel: Die Geschichte von Wasser, Hang und Fragen, auf die bislang niemand eine Antwort gegeben hat
Auf den ersten Blick wirkt der Schanzsattel wie ein gewöhnlicher Gebirgspass an der Grenze zwischen Fischbach und Stanz im Mürztal. Einige Häuser, verstreut an den Hängen, Wälder, ein Berggasthof und Quellen, die seit Jahrzehnten die örtlichen Bewohner mit Wasser versorgen. Wer zum ersten Mal hierherkommt, würde vermutlich nichts Ungewöhnliches bemerken.
Doch gerade an solchen Orten spielen sich oft Geschichten ab, die über Jahre hinweg unbeachtet bleiben.
Was heute am Schanzsattel im Raum steht, ist nicht nur die Frage einer einzelnen Kläranlage, einer einzelnen Quelle oder eines bloßen Nachbarschaftskonflikts. Es geht um eine Abfolge von Ereignissen, die sich überlagern und gemeinsam ein Bild ergeben, das eine gründliche fachliche Überprüfung verdient.

Wasser, das jahrzehntelang nie umfassend überprüft wurde
Das erste ernsthafte Problem betrifft die Trinkwasserversorgung selbst.
Über Jahrzehnte hinweg wurde davon ausgegangen, dass das System ordnungsgemäß funktioniert. Die Bewohner vertrauten darauf, dass ihre Quelle sicher ist und die Wasserversorgung den gesetzlichen Anforderungen entspricht.
Erst als Fragen zur Wasserqualität und zum technischen Zustand der Anlagen aufkamen, wurde deutlich, dass es erhebliche Unklarheiten gibt.
Zwar wurden regelmäßig grundlegende Wasseranalysen durchgeführt. Nach den verfügbaren Unterlagen wurde jedoch der technische Zustand des gesamten Versorgungssystems über einen Zeitraum von rund 36 Jahren nicht umfassend überprüft. Dabei geht es nicht nur um die Qualität des Wassers selbst, sondern auch um den Zustand der Leitungen, die Quellfassung, bestehende Schutzmaßnahmen sowie die allgemeine Betriebssicherheit der Anlage.
Diese Erkenntnis verändert die Perspektive auf den gesamten Fall grundlegend.
Die Sorgen der Anwohner erscheinen dadurch nicht mehr als bloße Vermutungen oder unbegründete Befürchtungen. Vielmehr stellt sich die Frage, ob sich ein sensibles Versorgungssystem über Jahrzehnte hinweg außerhalb einer umfassenden technischen Kontrolle befand und ob dadurch Risiken möglicherweise unentdeckt geblieben sind.
Der Berggasthof und ein Problem, das eigentlich gelöst sein sollte
Das zweite Kapitel dieser Geschichte führt zu einem Berggasthof, der seit vielen Jahren Teil des Lebens am Schanzsattel ist.
Nach den vorliegenden Informationen gab es bereits in der Vergangenheit Beschwerden von Wanderern und Besuchern über den Umgang mit Abwässern. Die Angelegenheit soll schließlich auch die zuständigen Behörden beschäftigt haben. Als Konsequenz wurde der Bau einer modernen biologischen Abwasserreinigungsanlage gefordert.
Auf dem Papier schien die Lösung eindeutig.
Ein altes Problem sollte verschwinden und durch ein System ersetzt werden, das den technischen und gesetzlichen Anforderungen entspricht.
Genau an diesem Punkt beginnen jedoch Fragen, die bis heute nicht zufriedenstellend beantwortet wurden.
Wenn die Realität vor Ort nicht zu den Erwartungen passt
Funktioniert eine biologische Kläranlage ordnungsgemäß, erwartet man bestimmte Ergebnisse.
Man erwartet keinen intensiven Geruch.
Man erwartet keinen dauerhaft durchnässten Hang.
Man erwartet keine schwarzen, schmierigen Oberflächen.
Man erwartet keine großflächigen Feuchtbereiche unterhalb des Ableitungssystems.
Und vor allem erwartet man nicht, dass an verschiedenen Stellen neue Auffälligkeiten auftreten, die nach der technischen Logik eines funktionierenden Systems eigentlich nicht vorhanden sein dürften.
Aus diesem Grund richtete sich die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Hangabschnitt unterhalb des Gasthofs.
Dort wurden wiederholt intensive Geruchsbelästigungen wahrgenommen. Der Untergrund wirkte stellenweise rutschig und dauerhaft feucht. Auch die Vegetation zeigte Veränderungen, die Fragen aufwarfen und nicht ohne Weiteres übersehen werden konnten.
Dabei handelte es sich nicht um die Folgen eines einzelnen Regentages. Es war auch kein einmaliges Ereignis.
Vielmehr entstand der Eindruck eines Zustands, der über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder auftrat und daher einer näheren fachlichen Untersuchung bedarf.
Fotos zeigten mehr als Worte
Als historische Aufnahmen aus den Jahren 2013 und 2024 mit aktuellen Drohnenbildern verglichen wurden, trat ein weiterer bemerkenswerter Aspekt zutage.
Jener Bereich des Hanges, auf den sich die Aufmerksamkeit in der Vergangenheit konzentriert hatte, erscheint vergleichsweise stabil. Veränderungen zeigen sich hingegen in einem anderen Abschnitt des Geländes.
Daraus kann nicht automatisch geschlossen werden, dass diese Veränderungen durch die Kläranlage verursacht wurden.
Eine solche Behauptung wäre weder fachlich noch wissenschaftlich vertretbar.
Festzustellen ist jedoch, dass die zeitliche Nähe zwischen der Inbetriebnahme des neuen Systems und den später beobachteten Veränderungen im Gelände Fragen aufwirft, die einer sachlichen und unabhängigen Untersuchung bedürfen.
Genau dafür sind Ermittlungen und fachliche Überprüfungen vorgesehen.
Nicht um bereits feststehende Schlussfolgerungen zu bestätigen, sondern um belastbare Antworten auf offene Fragen zu finden.
Denn dort, wo sich Beobachtungen, technische Auffälligkeiten und Veränderungen im Gelände überschneiden, beginnt die Verantwortung von Behörden, Sachverständigen und Fachinstitutionen, mögliche Zusammenhänge objektiv zu prüfen.
Die Probe, die entscheidende Antworten liefern könnte
Unabhängige Laboruntersuchung
Ein wesentlicher Bestandteil der laufenden Untersuchungen sind Laboranalysen von Sediment- und Bodenproben, die an jenen Stellen entnommen wurden, an denen während der Geländebegehungen die auffälligsten Anomalien festgestellt wurden: intensiver Geruch, rutschige Oberflächen, dunkle Ablagerungen sowie verdächtige Sickerstellen.
Die Proben stammen gezielt aus Bereichen, die nach den Beobachtungen vor Ort die höchste Wahrscheinlichkeit für einen langfristigen Kontakt mit potenziell belastetem Wasser aufweisen.
Die Analysen werden nicht von einem unbekannten oder lokalen Labor durchgeführt, sondern von der internationalen Laborgruppe ALS Limited, die zu den weltweit führenden Anbietern analytischer Untersuchungen zählt. ALS ist in mehr als 65 Ländern tätig. Die Ergebnisse des Unternehmens werden von Behörden, Universitäten, Umweltagenturen, Industrieunternehmen sowie internationalen Untersuchungsteams bei der Bewertung von Umweltbelastungen und kontaminierten Standorten herangezogen.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere Untersuchungen auf:
Kohlenwasserstoffe aus Mineralölprodukten,
Mineralöle,
technische Öle,
chemische Stoffe, die typischerweise mit industriellen oder kommunalen Kontaminationen in Verbindung gebracht werden.
Ziel dieser Analysen ist nicht die Bestätigung einer bereits feststehenden Theorie. Ziel ist vielmehr die unabhängige Überprüfung, ob sich in diesem sensiblen Gebirgsgebiet auf rund 1.200 Metern Seehöhe Stoffe befinden, die unter natürlichen Bedingungen dort nicht zu erwarten wären.
Sollten die Laborergebnisse keine Hinweise auf eine Belastung liefern, wäre dies ein ebenso wichtiges Ergebnis wie der Nachweis einer Kontamination.
Sollte hingegen das Vorkommen von Mineralölprodukten oder anderen anthropogenen Schadstoffen festgestellt werden, würden sich weitere grundlegende Fragen stellen:
Woher stammen diese Stoffe? Seit wann befinden sie sich im Untersuchungsgebiet? Über welche Wege breiten sie sich im geologischen Untergrund aus? Und welche Auswirkungen könnten sie auf Quellen, Oberflächengewässer und die Stabilität des gesamten Hanges haben?
Genau deshalb besitzt die geplante Analyse Bedeutung weit über den unmittelbaren Untersuchungsbereich hinaus. Ihre Ergebnisse könnten nicht nur für den Schanzsattel selbst, sondern möglicherweise auch für das gesamte unterhalb gelegene Einzugsgebiet von erheblichem Interesse sein.
Das Bergmassiv oberhalb des Mürztals
Die vorliegenden Vermessungsdaten zeigen, dass sich der potenziell relevante Untersuchungsbereich auf etwa 1.166 Metern Seehöhe befindet.
Von diesem Punkt aus fällt der Hang kontinuierlich in Richtung des Mürztals ab.
Die nächstgelegenen bewohnten Gebäude befinden sich bereits rund 3,4 Kilometer hangabwärts auf einer Höhe von etwa 871 Metern über dem Meeresspiegel. Weitere Wohnhäuser liegen auf Höhen von 803 Metern, 780 Metern, 742 Metern, 724 Metern und 712 Metern.
Die ersten Häuser befinden sich ungefähr 3,4 Kilometer vom potenziellen Ursprungsbereich entfernt.
Talwärts öffnet sich das Gelände anschließend schrittweise in Richtung der Ortschaften Teich, Stanz im Mürztal und Edelsdorf, bevor es schließlich die Stadt Kindberg erreicht, wo die Geländehöhe auf etwa 560 Meter über dem Meeresspiegel absinkt.
In diesem gesamten Bereich leben zahlreiche Menschen, deren Siedlungsräume direkt oder indirekt mit dem Einzugsgebiet des Schanzsattels verbunden sind.
Aus geologischer und hydrologischer Sicht stellt sich daher eine zentrale Frage: Welche Auswirkungen könnten mögliche Veränderungen im Quellgebiet langfristig auf die darunterliegenden Bereiche haben?
Niemand kann heute seriös vorhersagen, ob es jemals zu einem größeren Hangrutsch, einer Veränderung des Wasserhaushalts oder anderen geologischen Prozessen kommen wird. Ebenso wenig wäre es verantwortungsvoll, solche Entwicklungen ohne belastbare Daten zu behaupten.
Fest steht jedoch, dass sich potenzielle Auswirkungen in einem Gebirgsraum nicht zwangsläufig auf die unmittelbare Umgebung eines Ereignisortes beschränken müssen. Gerade deshalb ist es von entscheidender Bedeutung, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen, wissenschaftlich zu untersuchen und ihre tatsächliche Relevanz objektiv zu bewerten.
Geologie, die Respekt verdient
Die geologischen Datensätze des GIS Steiermark zeigen, dass das gesamte Untersuchungsgebiet auf Gesteinen aufgebaut ist, die als
Birkfelder Quarzphyllit,
phyllitischer Glimmerschiefer,
Mürztaler Quarzphyllit
kartiert sind.
Für Laien mögen diese Bezeichnungen kompliziert klingen.
Für Geologen haben sie jedoch eine besondere Bedeutung.
Es handelt sich nicht um einen kompakten Granitkörper oder massiven Kalkstein, sondern um metamorphe Gesteine mit ausgeprägter Schieferung und einem natürlichen Netz von Klüften und Trennflächen. Genau diese Strukturen ermöglichen eine intensive Bewegung von Grund- und Sickerwasser im Untergrund.
Wasser bewegt sich in solchen Gebieten daher nicht ausschließlich oberflächlich. Es kann tief in das Gestein eindringen, seine Fließrichtung verändern und an Stellen wieder austreten, die Hunderte Meter vom ursprünglichen Eintrittspunkt entfernt liegen.
Aus diesem Grund gelten vergleichbare Regionen als hydrogeologisch besonders sensibel.
Alte Quellen und neue Fragen
Besonders bemerkenswert ist, dass das Stanzertal zu den hydrogeologisch interessantesten Regionen der Steiermark zählt.
Der Hydrogeologe Prof. Hilmar Zetinigg beschrieb in einer wissenschaftlichen Arbeit zahlreiche Quellen, Mineralwasservorkommen und sogar natürliche Kohlendioxidaustritte, die mit tiefreichenden geologischen Störungszonen in Zusammenhang stehen.
Nach seinen Untersuchungen sind die lokalen Mineralwässer an tektonische Bruchlinien und Störungszonen gebunden, die eine Migration von Wasser durch tiefere Bereiche des Gebirgskörpers ermöglichen.
Dies deutet darauf hin, dass das regionale Wassersystem deutlich komplexer ist als die einfache Vorstellung einer einzelnen Quelle mit einem einzelnen Abfluss.
Vielmehr handelt es sich um ein weit verzweigtes Netzwerk aus Sickerwegen, Klüften, unterirdischen Wasserströmen und Quellaustritten, die miteinander in Verbindung stehen können.
Gerade deshalb ist das Verständnis der Wasserbewegungen in diesem Gebiet von zentraler Bedeutung.
Morphologische Analyse des Geländes unterhalb des Schanzsattels
Entfernung entlang der Straße und tatsächliche Gefährdungsdistanz
Bei der Bewertung möglicher Wasserbewegungen, Sickerprozesse oder gravitativer Hangprozesse darf nicht ausschließlich die Entfernung entlang des Straßennetzes berücksichtigt werden.
Die ersten bewohnten Gebäude befinden sich zwar in einer Entfernung von etwa 3,2 Kilometern, wenn die Distanz entlang der bestehenden Straßen und Serpentinen gemessen wird. Diese Entfernung beschreibt jedoch lediglich die Verkehrserschließung des Gebietes und nicht die tatsächliche geomorphologische Distanz zwischen dem potenziellen Quellbereich und den tiefer gelegenen Siedlungsräumen.
Wasser, Sickerströme und mögliche Hangbewegungen folgen nicht dem Verlauf von Straßen. Sie orientieren sich vielmehr an natürlichen Gefällelinien, Geländemulden, geologischen Störungszonen, Klüften sowie dem hydraulischen Gefälle des Untergrundes. Die Stabilität eines Hanges wird wesentlich durch das Zusammenspiel von Geländeform, Wasserhaushalt und den geologischen Eigenschaften des Untergrundes beeinflusst.
Aus hydrogeologischer und geomorphologischer Sicht ist daher die direkte Gefällelinie zwischen dem potenziellen Ursprungsbereich und den ersten bewohnten Objekten wesentlich aussagekräftiger als die Entfernung entlang der Straßenverbindung.
Höhenprofil der natürlichen Gefällelinie
Die Auswertung des digitalen Geländemodells ergibt für die wahrscheinlichste natürliche Abfluss- und Gefällelinie folgende Parameter:
Parameter Wert
Länge der Gefällelinie 1.383 m
Höchster Punkt 1.160,9 m ü. A.
Tiefster Punkt 875,1 m ü. A.
Gesamter Höhenunterschied 285,8 m
Durchschnittliches Gefälle 20,7 %
Durchschnittliche Hangneigung 11,7°
Median der Hangneigung 11,1°
Maximale lokale Hangneigung 22,7°
Die Analyse zeigt, dass zwischen dem potenziellen Ursprungsbereich und den ersten bewohnten Objekten lediglich etwa 1,3 Kilometer natürliche Hangdistanz liegen, während gleichzeitig ein Höhenunterschied von nahezu 286 Metern überwunden wird.
Bedeutung des Reliefs
Das Gelände besteht nicht aus einem gleichmäßig geneigten Hang. Die Geländemodelle zeigen vielmehr ein komplexes System aus Hangsegmenten, natürlichen Mulden, Entwässerungslinien und kleineren Geländestufen.
Besonders relevant ist, dass sich entlang der Gefällelinie mehrere natürliche Sammelbereiche erkennen lassen, in denen sich Oberflächenwasser oder Sickerwasser konzentrieren kann. Solche Strukturen können die Richtung und Geschwindigkeit des Wassertransports maßgeblich beeinflussen. In der Hydrogeologie gelten derartige Geländeformen als wichtige Elemente bei der Beurteilung von Wasserbewegungen innerhalb eines Hanges.
Gravitative Prozesse folgen nicht der Straße
Aus geotechnischer Sicht ist entscheidend, dass Schwerkraftprozesse stets den energetisch günstigsten Weg wählen.
Während eine Straße durch Serpentinen und Umwege eine Distanz von rund 3,2 Kilometern aufweist, beträgt die tatsächliche gravitative Verbindung zwischen dem potenziellen Ursprungsbereich und den ersten Gebäuden lediglich etwa 1,3 Kilometer.
Anders ausgedrückt:
Die Straße benötigt mehr als drei Kilometer. Die Schwerkraft benötigt nur etwa 1,3 Kilometer.
Diese Feststellung bedeutet nicht, dass eine konkrete Gefährdung besteht. Sie verdeutlicht jedoch, weshalb bei der Bewertung von Wasserbewegungen, Hangstabilität oder möglichen geologischen Prozessen die natürliche Morphologie des Geländes wesentlich wichtiger ist als die Distanz entlang der Verkehrswege.
Fachliche Einordnung
Die vorliegenden Daten erlauben keine Aussage über das tatsächliche Vorliegen eines Hangrutschungsrisikos. Sie zeigen jedoch eindeutig, dass zwischen dem potenziellen Ursprungsbereich und den tiefer gelegenen Siedlungsflächen ein ausgeprägter gravitativer Gradient besteht.
In Verbindung mit dem vorhandenen Quarzphyllit- und Phyllit-Untergrund, den dokumentierten Sickerstellen, den bekannten Quellen sowie den beobachteten Veränderungen einzelner Entwässerungslinien rechtfertigen diese Erkenntnisse eine vertiefte hydrogeologische und geotechnische Untersuchung des Gebietes. Dabei sollten insbesondere die Wasserwege im Untergrund, die Hanghydrologie sowie die langfristige Entwicklung der Hangstabilität analysiert werden.
Eine bemerkenswerte zeitliche Korrelation
Bei der Analyse historischer Orthofotos und GIS-Daten trat ein weiterer auffälliger Umstand zutage.
Jener ältere Abflussbereich, auf den bereits vor rund zehn Jahren ein Wanderer aufmerksam gemacht haben soll und der später Gegenstand behördlicher Untersuchungen wurde, weist einen anderen Charakter auf als neuere Entwässerungslinien, die auf aktuellen Karten und Luftbildern erkennbar sind.
Nach den verfügbaren Informationen fallen wesentliche Veränderungen zeitlich in jene Periode, in der die neue biologische Abwasserreinigungsanlage ihren regulären Betrieb aufgenommen haben soll.
Allein aus einer zeitlichen Übereinstimmung lässt sich selbstverständlich kein ursächlicher Zusammenhang ableiten.
Sie stellt jedoch einen nachvollziehbaren Anlass dar, die Frage zu stellen, ob sämtliche Veränderungen im Entwässerungssystem des Gebietes ausreichend dokumentiert und fachlich bewertet wurden.
Was die Beobachtungen vor Ort zeigen
Im Rahmen der Geländebegehungen wurden unter anderem folgende Auffälligkeiten dokumentiert:
mehrere Wasseraustritte und Sickerstellen,
veränderte Abflusslinien,
künstliche Geländemodellierungen,
ein umfangreicher Aufschüttungsbereich im Hanggelände,
Zonen mit auffallend starker Vernässung.
Für sich genommen bedeuten diese Beobachtungen noch nicht, dass eine unmittelbare Gefahr besteht.
Sie zeigen jedoch, dass die betreffende Örtlichkeit eine detaillierte hydrogeologische und geotechnische Untersuchung verdient.
Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich unterhalb des Hanges bewohnte Gebäude befinden und das gesamte Wassersystem mit den Gewässern verbunden ist, die in Richtung des Mürztals entwässern.
Auch internationale Fachleute werden nach Antworten suchen
Die Bedeutung der aufgeworfenen Fragen reicht mittlerweile weit über den Schanzsattel selbst hinaus.
An den Geländebegehungen nahmen mehrere unabhängige Beobachter sowie Personen teil, die sich seit vielen Jahren mit Umweltfragen, Transparenz und dem öffentlichen Interesse befassen. Zu ihnen zählen der ehemalige Bürgermeister und Bürgeraktivist Franco De Zordo, der investigative Publizist Milan Mišík sowie der Dokumentarfilmer Richard Ruckschloss.
Die im Rahmen der Untersuchungen gesammelten Unterlagen – darunter Kartenanalysen, Fotodokumentationen, Drohnenaufnahmen, geologische Datensätze und Laborergebnisse – sollen in weiterer Folge auch von Fachleuten außerhalb Österreichs bewertet werden.
Geplant ist insbesondere eine unabhängige fachliche Einschätzung durch Experten aus Italien, die sich seit Jahren mit geologischen Risiken, Hanginstabilitäten, Massenbewegungen und den langfristigen Folgen menschlicher Eingriffe in sensible Gebirgsräume beschäftigen.
Unter ihnen befinden sich Fachleute, die sich intensiv mit historischen Natur- und Technikkatastrophen auseinandergesetzt haben, darunter auch mit den Ursachen und Folgen der Katastrophe von Vajont, die bis heute als eines der bekanntesten europäischen Beispiele für unterschätzte geologische und hydrogeologische Risiken gilt.
Ein erstes Interesse an der Auswertung der vorliegenden Daten haben unter anderem Tiziano Dal Farra und Angelo Scassa bekundet. Beide befassen sich seit Jahren mit Fragen der Hangstabilität, der Hydrogeologie, des Wasserhaushalts von Gebirgsregionen sowie den ökologischen Folgen von Eingriffen in natürliche Landschaftsräume.
Ziel dieser internationalen Begutachtung ist nicht die Bestätigung bereits bestehender Annahmen, sondern eine unabhängige und fachlich fundierte Bewertung der vorliegenden Beobachtungen und Untersuchungsergebnisse.
Tiziano Dal Farra – Forscher und Chronist der Katastrophe von Vajont
Tiziano Dal Farra ist ein italienischer Bürgeraktivist, Publizist und langjähriger Forscher zur Katastrophe von Vajont, einer der schwersten technischen und umweltbezogenen Tragödien der europäischen Nachkriegsgeschichte.
Sein Name ist seit mehr als zwei Jahrzehnten eng mit der Aufarbeitung der Ereignisse vom 9. Oktober 1963 verbunden. Damals löste ein gewaltiger Bergsturz in den Stausee von Vajont eine verheerende Flutwelle aus, die Longarone und weitere Ortschaften zerstörte und nahezu zweitausend Menschen das Leben kostete.
Mehr als zwanzig Jahre Forschung zu Vajont
Seit vielen Jahren sammelt und analysiert Dal Farra historische Dokumente, Archivmaterialien, technische Unterlagen sowie Zeitzeugenberichte über die Ursachen und Folgen der Katastrophe.
Er ist Gründer und Betreiber des Projekts Vajont.info, das sich im Laufe der Jahre zu einem der umfangreichsten unabhängigen Archive über die Katastrophe entwickelt hat. Ziel seiner Arbeit ist es, die historische Erinnerung an die Ereignisse zu bewahren und gleichzeitig auf die Bedeutung einer sorgfältigen Bewertung geologischer und hydrogeologischer Risiken hinzuweisen.
Öffentliches Engagement und Bewahrung der Erinnerung
Im Rahmen seiner Tätigkeit beteiligte sich Dal Farra wiederholt an öffentlichen Debatten über die Ursachen der Katastrophe, die Verantwortung staatlicher Stellen sowie die Notwendigkeit einer transparenten Bewertung technischer und umweltbezogener Risiken.
Sein Engagement ist eng mit der Erinnerung an die Opfer von Vajont verbunden. Gleichzeitig warnt er seit Jahren vor den Folgen, die entstehen können, wenn wissenschaftliche Erkenntnisse und fachliche Warnungen bei großen Infrastruktur- oder Wasserbauprojekten unzureichend berücksichtigt werden.
Gegenwart
Heute gilt Tiziano Dal Farra als eine der bekanntesten zivilgesellschaftlichen Persönlichkeiten, die sich mit der Dokumentation und historischen Aufarbeitung der Katastrophe von Vajont befassen.
Durch seine jahrzehntelange Arbeit mit historischen Quellen, technischen Dokumentationen und Zeitzeugenberichten verfügt er über ein umfassendes Wissen über die Geschichte des Falles. Regelmäßig äußert er sich zu Fragen der öffentlichen Sicherheit, zu Umwelt- und Naturgefahren sowie zur Verantwortung öffentlicher Institutionen beim Schutz von Menschen, Landschaften und natürlichen Ressourcen.
Seine Arbeit steht dabei nicht für Sensationsjournalismus, sondern für die Überzeugung, dass die Erinnerung an vergangene Katastrophen helfen kann, zukünftige Risiken frühzeitig zu erkennen und verantwortungsvoll zu bewerten.
Ing. Angelo Scassa – Ingenieur, Pädagoge und engagierter Verfechter von Transparenz und Rechtsstaatlichkeit
Ing. Angelo Scassa (*1. Februar 1963 in Turin) ist ein italienischer Maschinenbauingenieur, Pädagoge und Bürgeraktivist, dessen Name in den vergangenen Jahren eng mit der Gemeinde Cibiana di Cadore in der Provinz Belluno verbunden wurde. In der Region Venetien gilt er nicht nur als anerkannter technischer Fachmann, sondern auch als engagierte Stimme in Fragen der öffentlichen Kontrolle, der Transparenz staatlichen Handelns und der Qualität technischer Gutachten.
Beruflicher Werdegang und technische Expertise
Nach dem Abschluss seines Studiums des Maschinenbaus widmete Scassa seine berufliche Laufbahn sowohl der technischen Praxis als auch der pädagogischen Tätigkeit.
Im Laufe der Jahre beschäftigte er sich intensiv mit technischen Normen, Sicherheitsvorschriften, industriellen Anlagen, mechanischen Konstruktionen sowie Fragen der Bau- und Betriebssicherheit. Sein Arbeitsstil ist geprägt von einer detaillierten Analyse technischer Daten, methodischer Genauigkeit und einer konsequenten Orientierung an überprüfbaren Fakten.
Diese Herangehensweise führte ihn später auch zur kritischen Auseinandersetzung mit technischen Gutachten und Sachverständigenbewertungen, die in Verwaltungs- und Gerichtsverfahren verwendet werden.
Engagement für Transparenz und fachliche Kontrolle
Einer breiteren Öffentlichkeit wurde Angelo Scassa vor allem durch sein langjähriges Engagement für Transparenz und die fachliche Überprüfung technischer Bewertungen bekannt.
In verschiedenen Fällen hinterfragte er technische Gutachten und offizielle Stellungnahmen anhand eigener Analysen und Dokumentationen. Dabei verwies er auf mögliche Unstimmigkeiten in technischen Unterlagen, auf Fragen der Bau- und Betriebssicherheit sowie auf die Bedeutung unabhängiger Kontrollen bei Projekten mit Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Umwelt.
Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Überzeugung, dass technische Entscheidungen nachvollziehbar, dokumentiert und einer unabhängigen fachlichen Überprüfung zugänglich sein müssen.
Im Rahmen seines zivilgesellschaftlichen Engagements wandte er sich wiederholt an zuständige Institutionen und beteiligte sich an öffentlichen Diskussionen über die Qualität behördlicher Verfahren, die Rolle von Sachverständigen sowie die Verantwortung staatlicher Stellen gegenüber den Bürgern.
Engagement in der Kommunalpolitik
Sein Einsatz für Transparenz, Rechtmäßigkeit und eine fachlich fundierte Verwaltung öffentlicher Angelegenheiten führte ihn schließlich auch in die Kommunalpolitik.
Im Jahr 2026 kandidierte Angelo Scassa bei den Gemeindewahlen in Cibiana di Cadore. Ziel seiner Kandidatur war es, seine technische Erfahrung und seine Vorstellungen einer transparenten und verantwortungsvollen Gemeindeverwaltung in die lokale Politik einzubringen.
Dabei betonte er insbesondere die Bedeutung einer sachorientierten Verwaltung, der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sowie einer offenen Kommunikation zwischen Behörden und Bevölkerung.
Gegenwart
Heute wird Angelo Scassa als Persönlichkeit wahrgenommen, die technisches Fachwissen mit gesellschaftlichem Engagement verbindet.
Sein Name ist mit Initiativen für Transparenz, Bürgerbeteiligung und die unabhängige Überprüfung technischer sowie umweltrelevanter Fragestellungen verbunden. In seinen öffentlichen Stellungnahmen setzt er sich regelmäßig für nachvollziehbare Entscheidungsprozesse, eine verantwortungsvolle Verwaltung und den Schutz des öffentlichen Interesses ein.
Seine Arbeit folgt dabei einem Grundsatz, den er über Jahre hinweg vertreten hat: Komplexe technische und gesellschaftliche Fragen sollten nicht von Vermutungen, sondern von überprüfbaren Fakten, fachlicher Analyse und einer offenen Diskussion bestimmt werden.
Es geht nicht um Sensationen. Es geht um Prävention.
Die größten Katastrophen Europas entstanden nicht deshalb, weil es keine Warnsignale gab.
Sie entstanden, weil Warnungen übersehen, unterschätzt oder ignoriert wurden.
Der Schanzsattel ist nicht Vajont.
Niemand behauptet, dass morgen eine Katastrophe eintreten wird.
Es gibt jedoch ausreichend Hinweise und offene Fragen, um eine ernsthafte fachliche Auseinandersetzung zu rechtfertigen. Die entscheidende Frage lautet, ob dieses Gebiet in den vergangenen Jahrzehnten tatsächlich in jenem Umfang überwacht, untersucht und dokumentiert wurde, den seine geologischen und hydrogeologischen Gegebenheiten erfordern.
Genau deshalb sollte die Diskussion nicht von Vermutungen, persönlichen Meinungen oder gegenseitigen Vorwürfen bestimmt werden.
Entscheidend sind Daten.
Entscheidend sind Messungen.
Entscheidend sind Karten, Laboranalysen, geologische Gutachten und nachvollziehbare wissenschaftliche Bewertungen.
Nur auf dieser Grundlage lassen sich belastbare Antworten finden – Antworten, die sowohl für die Menschen in der Region als auch für Fachleute nachvollziehbar und vertrauenswürdig sind.
Denn letztlich geht es nicht darum, Recht zu behalten.
Es geht darum, Risiken zu verstehen, mögliche Gefahren rechtzeitig zu erkennen und verantwortungsvoll mit einer Landschaft umzugehen, deren Wasser, Geologie und Stabilität weit über die Grenzen des Schanzsattels hinaus Bedeutung haben. - Pavol Pribela
Quellen und verwendete Unterlagen
Geologische und hydrogeologische Quellen
- Geologische Karten und Fachschichten des GIS Steiermark
- Digitale Geländemodelle und Höhenprofile aus Google Earth Pro
- Historische Orthofotos und Luftbilder aus den Jahren 2009, 2012, 2013 und 2025
- Fachliteratur zur Hydrogeologie des Stanzertals
- Wissenschaftliche Arbeiten von Prof. Hilmar Zetinigg über Mineralquellen, CO₂-Austritte und hydrogeologische Strukturen im Raum Stanzertal
Kartografische und topografische Grundlagen
- Google Earth Pro – Höhenprofile, Distanzmessungen und Geländeanalysen
- Digitale Orthofotos des Landes Steiermark
- GIS Steiermark – Geologie, Gewässernetz, Katasterdaten und digitales Geländemodell
- GPS-Messungen im Rahmen der Geländebegehungen
Wasserwirtschaftliche und technische Unterlagen
- Wasserrechtsbescheid der Wassergenossenschaft Schanzsattel vom 13.06.1990
- Verfügbare Unterlagen zur Trinkwasserversorgung und Quellfassung
- Technische Informationen und verfügbare Dokumentationen zur Abwasserbehandlung im Bereich Schanzsattel
Laboranalysen
- Agrolab Österreich – Trinkwasseranalysen
- ALS Czech Republic / ALS Limited – Umwelt- und Wasseranalysen
- Geplante Sediment- und Bodenanalysen (2026)
Behördenunterlagen und Entscheidungen
- Unterlagen der Bezirkshauptmannschaft Mürzzuschlag
- Unterlagen der Bezirkshauptmannschaft Weiz
- Verfügbare wasserrechtliche und umweltrechtliche Bescheide
- Behördliche Korrespondenz und Stellungnahmen im Zusammenhang mit laufenden Verfahren
Historische Vergleichsfälle
Katastrophe von Stava (1985)
- Untersuchungsberichte zur Katastrophe von Stava
- Fondazione Stava 1985
- Fachpublikationen über Ursachen und Folgen des Dammversagens
Katastrophe von Vajont (1963)
- Historische Archivunterlagen zur Katastrophe von Vajont
- Projekt Vajont.info
- Fachliteratur zur Geologie des Monte Toc und der Vajont-Talsperre
- Wissenschaftliche Analysen der geotechnischen und hydrogeologischen Ursachen der Katastrophe
Dokumentation und Geländeforschung
- Eigene Fotodokumentation aus den Jahren 2025–2026
- Drohnenaufnahmen des Untersuchungsgebietes
- Historische Vergleiche von Luft- und Satellitenbildern
- Geländeaufnahmen zu Sickerstellen, Entwässerungslinien und Vegetationsveränderungen
- Messungen von Entfernungen, Neigungen und Höhenprofilen
Konsultationen und fachliche Stellungnahmen
- Franco De Zordo – ehemaliger Bürgermeister und Bürgeraktivist
- Tiziano Dal Farra – Vajont-Forscher und Dokumentarist
- Ing. Angelo Scassa – Maschinenbauingenieur und Bürgeraktivist
Hinweis
Dieser Bericht stellt kein abschließendes Fachgutachten dar. Sein Ziel ist die Dokumentation verfügbarer Daten, Beobachtungen, Messungen, historischer Unterlagen und offener Fragestellungen, die nach Ansicht der Autoren eine unabhängige hydrogeologische, geotechnische und umweltfachliche Überprüfung verdienen.







